Vronzenheimat

Überall blaue Herzen

Hinter den Kulissen beim 41. Filmfestival Max Ophüls in Saarbrücken

Schätzfrage: Stellt euch vor, ihr seid eine Woche lang in einem großen Kinopalast dafür verantwortlich, dass es beim Einlass und der Technik sowie mit deinem Personal, den Gästen und Filmcrews alles passt. Wieviele Kilometer legt ihr dabei wohl zurück? Die Auflösung kommt nach alter Marketingmanier natürlich am Ende des Beitrags.

Saarbrücken im Kino-Fieber

Ende Januar: Die Neujahrsvorsätze sind gerade frisch vergessen, endlich gelingt es beim Notieren des Datums, die richtige – neue – Jahreszahl anzugeben und Saarbrücken wird traditionell zur „Stadt der blauen Herzen“. Der Grund dafür ist das Filmfestival Max Ophüls, das seinen Schwerpunkt auf der Nachwuchsförderung im deutschsprachigen Raum hat und – wie zu vermuten – auf Max Ophüls zurückgeht. Dem guten Mann ist im übrigen auch ein Platz im Nauwieser „Szeneviertel“ gewidmet, aber dazu vielleicht an anderer Stelle mehr.

– insgesamt 149 Filme in 247 Vorstellungen in vier Kinos (plus erstmals drei Kinos außerhalb von Saarbrücken)

– 63 davon laufen in den Wettbewerbskategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Mittellanger Film und Kurzfilm

Auszeichnungen in 15 Kategorien

Das 41. Filmfestival Max Ophüls in Zahlen. Quelle: ffmop.de

Nicht nur die Festival-Kinos, sondern auch die Schaufenster in der Innenstadt, das Rathaus und sogar die Straßenbahn – ganz Saarbrücken erstrahlt im dunklen Januar in stimmungsvollem Blau. Und eins ist sicher: Das macht was mit der Stadt!

Ehrenamtliches Kartenabreißen

Wie viele andere saarländische Schüler habe ich im Rahmen von „Kino macht Schule“ irgendwann in der Mittelstufe zum ersten Mal von dem seit 1979 stattfindenden Filmfestival gehört. Fast zwanzig Jahre später gab es nun ein Wiedersehen im Saarbrücker Cinestar-Filmpalast. Über Twitter habe ich vorab vom Aufruf gehört, dass das Team noch ehrenamtliche Helfer sucht. Als solche habe ich schlussendlich nach Feierabend im Kino beim Saaleinlaass mitgeholfen.

Mehrere hundert Abrisse von Kinotickets - meine "Ausbeute" vom Saaleinlass beim Filmfestival Max Ophüls 2020.
Mehrere hundert Abrisse von Kinotickets – meine „Ausbeute“ vom Saaleinlass beim Filmfestival Max Ophüls 2020.

Auch wenn die fast 20 Stunden im Kino neben meinen (regulären) 34 Stunden auf Arbeit an meiner physischen Konstitution nicht spurlos vorbeigegangen sind, möchte ich diese Erfahrung auf keinen Fall missen. Nicht nur, weil ich viele tolle Filme sehen konnte (Empfehlungsblock weiter unten), sondern auch weil ich mal wieder etwas Neues gewagt habe: mit zuvor völlig fremden Menschen innerhalb kürzester Zeit verständigen, den Saaleinlass wuppen und dabei den Blick hinter die Organisation eines solchen Festival zu werfen – unbezahlbar! Und doch mit einer Wertschätzung verbunden, die Seltenheitswert hat. Ich habe mich als Ehrenamtliche stets gut betreut, versorgt und informiert gefühlt und feiern können die Filmleute allemal…. Das kannste aber wissen!

Ein Teil des #ffmop-Teams: Menschen, die in und vor den Kino-Sälen dafür sorgen, dass die Zuschauer sehen, was sie zu sehen erwarten.

Eine Woche im Kinopalast = Strecke Hamburg – St. Peter Ording

Eingangs hatte ich euch eine Schätzfrage gestellt. Die Antwort lautet: 136 Kilometer ist Justin, seines Zeichen Kino-Manager oder in Teamsprech der „Papa“, der uns mit Rat und Tat, Kuchen und Aufrufen zu Gruppenbilder im Motiv „Feierabendbier“ bei Laune hielt. Das ist in etwa die Strecke von Hamburg nach St. Peter Ording (laut google maps und zu Fuß).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.